Reitzubehör

Sattel und Trense sind für die meisten das Minimum an Reitzubehör, welches für das Pferd benötigt wird. Es gibt jedoch auch Reiter, die das nicht benötigen und schonende Alternativen suchen oder probieren, möglichst ganz ohne Hilfsmittel auszukommen…

Mit oder ohne Sattel?

Kurz zusammengefasst: Ein Sattel bietet dem Reiter zum einen Sicherheit, zum anderen oft Komfort. Durch den tieferen Sitz sowie die Steigbügel fällt es dem Reiter i.d.R. mit Sattel leichter in brenzligen Situationen auf dem Pferd zu bleiben. Bei sehr dünnen und „unbequemen“ Pferden bietet der Sattel zudem eine angenehme Sitzunterlage. Wer jedoch ohne Sattel reitet, ist dem Pferd sehr nahe und kann sehr direkt einwirken. Außerdem ist es das natürlichste 🙂

Mit Sattel

Vorteile:

  • Sicherer Halt
  • Gerade bei dünnen Pferden „bequemer“
Nachteile: 

  • Man ist nicht ganz direkt am Pferd und kann somit nicht ganz so fein einwirken wie ohne Sattel
Besonders geeignet für: 

  • Anfänger
  • Ängstliche Reiter
  • „Unbequeme“ Pferde
Sonstiges: 

  • Ein Sattel hat (insbesondere bei längeren Ausritten) viele Vorteile
Bild:
Mit Sattel

Ohne Sattel

Vorteile: 

  • Ermöglicht eine sehr direkte Einwirkung mit den Gewichtshilfen
  • Ist das natürlichste
Nachteile: 

  • Nur für sehr geübte Reiter, da man nicht so einen sicheren Halt hat wie mit Sattel (gute Balance und ein fester Knieschluss sind ohne Sattel unabdingbar)
Besonders geeignet für: 

  • Fortgeschrittene Reiter, die nahe am Pferd sein wollen
  • „Bequeme“ Pferde
Sonstiges: 

  • Ohne Sattel zu reiten kann eine wunderschöne Abwechslung sein
Bild:
Ohne Sattel
Tierschutz-Hinweis: Ein unpassender Sattel kann sehr schmerzhaft für das Pferd werden und sollte auf jeden Fall vermieden werden. Dennoch ist es nur schonender ohne Sattel zu reiten, wenn der Reiter seine Balance gut halten kann und seinem Pferd nicht andauernd „in den Rücken plumpst“. Ein gut sitzender Sattelbaum schont den Pferderücken u.U. vor so etwas.

Gerte oder Sporen?

Kurz zusammengefasst: Gerte und Sporen können sinnvolle Hilfsmittel sein, um Hilfen gezielter einzusetzen. Sporen sind jedoch nur für fortgeschrittene Reiter mit ruhigem Bein gut.

Gerte

Vorteile:

  • Das Pferd kann gezielt an der Hinterhand aktiviert werden
  • Effektiv als vorwärtstreibende Hilfe
  • Kann auch gut zur Bodenarbeit genutzt werden
Nachteile: 

  • Kann störend für die Hand und Zügelhilfen wirken
  • Eventuell „nervig“ eine Gerte mitzunehmen
Besonders geeignet für: 

  • Spring- und Geländereiter, die im Notfall schnell eine effektive, vorwärtstreibende Hilfe benötigen
Sonstiges: 

  • Eine Gerte kann auch im Stallalltag sehr sinnvoll eingesetzt werden (z.B. beim Verladen, als Schutz, wenn man auf die Koppel geht, etc.)
Bild:
Gerte

Sporen

Vorteile: 

  • Die Schenkelhilfen können durch Sporen gut verstärkt und somit feiner eingesetzt werden
  • Stört nicht in der Hand
Nachteile: 

  • Der Reiter sollte ein ruhiges Bein haben, um die Sporen nur gezielt einzusetzen
  • Bei zu viel Sporen kann das Fell weg gerieben und sogar die Haut aufgescheuert werden (Achtung: Tierschutz!)
  • In Notfällen oftmals nicht effektiv genug
  • Pferde stumpfen ab, wenn Sporen dauerhaft falsch eingesetzt werden
Besonders geeignet für: 

  • Dressurreiter, die feine Hilfen geben wollen/können
  • Reiter, die ein ruhiges Bein haben und Sporen gezielt einsetzen können
Sonstiges: 

  • Sporen können für geübte Reiter eine gute Hilfe darstellen, sollten aber nicht falsch eingesetzt werden
Bild:
Sporen
Tierschutz-Hinweis: Sporen und Gerte sollten nur mit einer guten Begründung als Mittel zur Strafe eingesetzt werden – grundsätzlich sollen sie eine feinere Hilfengebung ermöglichen. Meist ist sowieso der Reiter und nicht das Pferd schuld 😉 Insbesondere Sporen sind nur für sehr erfahrene Reiter geeignet, die ihre Hilfen ganz bewusst einsetzen können.

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Zusätzliche Informationen:

Welches Reitzubehör wirklich sinnvoll ist, zeigt sich insbesondere für den Reitanfänger erst nach Jahren, wenn Sattelkammer oder Keller „aus allen Nähten platzt“. Der Handel bietet Reitzubehör in nahezu unendlicher Vielfalt an. Welcher Reiter oder Pferdebesitzer hat nicht schon einmal eine Bestandsaufnahme gemacht und hierbei feststellen müssen, dass er Reitzubehör, das irgendwann einmal unbedingt notwendig erschien, entweder gar nicht oder aber nur wenige Male auch tatsächlich genutzt hat?

Welches Reitzubehör ist wirklich sinnvoll

Die meisten Reiter werden sich eingestehen müssen, dass sie im Grunde immer auf Reit- und Pferdeausstattung zurückgreifen, an die man sich im Lauf der Zeit gewöhnt hat. Man gewöhnt sich deshalb an etwas, weil es insbesondere zweckmäßig, pflegeleicht und praktisch ist. Dies sollte man beim Kauf der Reiter- und Pferdeausrüstung bedenken und sich nicht von Schnäppchenangeboten, optischen Eindrücken und Prospektaufmachungen leiten lassen.

Nach diesem Gesichtspunkt erscheint insbesondere folgendes Reitzubehör für sein Pferd sinnvoll:

  • Sattel – Sattelgurt
  • Schabracke
  • Sattelunterlage (Satteldecke, Pad usw.)
  • Steigbügel, Steigbügelriemen
  • Trense, Kandarenzaum
  • Trensengebiss, Kandare
  • Hilfszügel, Ausbinder
  • Gerte

Bei der Auswahl der jeweiligen Produkte sollten einige Faktoren auf jeden Fall beachtet werden:

  • Gerade bei Sattel, Sattelgurt und Trense sind Qualität, gut verarbeitete Materialien, Sicherheit und eine optimale Passform extrem wichtig – am falschen Ende sollte man da nicht sparen!
  • Bei der Auswahl von Schabracken oder Satteldecken spielt neben dem Material natürlich immer das Design und auch die Marke eine besondere Rolle. Hier geht es oft darum, mit dem Trend zu gehen und einfach schick auszusehen.
  • Bei Gebissen und Hilfszügeln ist grundsätzlich das Know How von echten Experten gefragt: Ein Trensen- oder gar Kandarengebiss muss an das Können und die Anforderungen des Reiters und Pferdes angepasst sein. Ebenso wie evtl. benötigte Hilfszügel.

Hat man seine Auswahl nach den o.g. Gesichtspunkten getroffen spielt auch immer der Preis eine wichtige Rolle.

Die richtige Lagerung und Pflege von Reitzubehör

Vielfach ist zu beobachten, dass für Reitzubehör viel Geld ausgegeben wird, anschließend jedoch kaum oder überhaupt kein Augenmerk auf die Lagerung und Pflege der Gegenstände gelegt wird. Gerade bei kostenträchtigen Lederprodukten wie Sattel und Zaumzeug spielt die anschließende Lagerung und Pflege eine entscheidende Rolle.

Immer noch kommt es vor, dass Reitzubehör (insbesondere auch Sättel und Zaumzeug) direkt in der Stallgasse an der Pferdebox gelagert werden. Oft geschieht dies sogar aus Bequemlichkeit, obwohl eine Sattelkammer vorhanden ist. Es liegt nahe, dass die Lebensdauer dieser Gegenstände durch die Bewegung der Boxentür, vorbeifahrende Mistkarren, Luftfeuchtigkeit, Kälte, Staub usw. wesentlich verkürzt werden. Auch eine ungeheizte Sattelkammer, die gleichzeitig vielleicht sogar als Trockenkammer für Abschwitzdecken dient, ist Gift für Ihren teuren Sattel, Lederhalfter, Sattelgurt usw.

Auch wird es das Reitzubehör danken, wenn es nicht nur pfleglich behandelt wird, sondern auch entsprechend den jeweiligen Pflegeanleitungen gereinigt und gepflegt wird.

Sicherheit

Es überrascht immer noch, wie fahrlässig viele Reiter mit ihrem Eigentum bzw. Reitbeteiligungen mit dem Eigentum anderer umgehen. Gerade bei Sätteln, für die oftmals  mehre tausend Euro ausgegeben wurden, ist es zwingend notwendig, zu prüfen, wie Sattelkammer bzw. Spinde gesichert sind. Insbesondere ist es auch keine Lösung, wenn zwar eine abschließbare Sattelkammer vorhanden ist, aber nach dem Prinzip verfahren wird: „Der letzte macht das Licht aus und sperrt ab“. Wenn es zu einem Diebstahl kommt, wird es dann keiner gewesen sein der die Tür nicht abgesperrt hat.

Wenn man sich die Einstellverträge mit den jeweiligen Reitanlagen einmal anschaut, so wird der Reitstallbesitzer in den meisten Verträgen nur für die eingestellten Pferde (und für die auch  nur bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Handlung) haften, nicht aber für Schäden oder Verlust von Sätteln usw.. Es bleibt dem Eigentümer der Gegenstände also nur übrig, diese Gegenstände über seine Hausratversicherung (gegen relativ geringe zusätzliche Beiträge) mit zu versichern.

Doch damit ist es nicht getan, da die Versicherung nur bei sog. Einbruch-Diebstahl, nicht aber bei einfachem Diebstahl bezahlt. Das heißt nichts anderes, die Sattelkammer oder der Spint muss über ein Schloss oder ähnliches gesichert gewesen sein. Ist dies nicht der Fall, helfen Ihnen die wohlgemeinten Ratschläge der Polizei im Falle eines Diebstahls wie z. B. “Achten Sie zukünftig darauf, dass der Sattel eingesperrt ist“, nur insofern weiter, als dass die Diebe nicht selten nach 6 – 8 Wochen noch einmal aufgetaucht sind, wenn alle neue Sättel angeschafft haben.

Alle diese Risiken kann man umgehen, wenn die Stallgemeinschaft den Reitanlagenbesitzer verpflichtet, täglich zum Zeitpunkt der Stallruhe die Sattelkammer abzusperren und morgens bei der 1. Fütterung wieder aufsperrt. Im Schadensfall dürfte dann ein Verantwortlicher feststehen, falls die Sattelkammer nicht abgesperrt ist.