Pferd

Eigenes Pferd oder Reitbeteiligung?

Kurz zusammengefasst: Wenn man sich wirklich sicher ist, dass man Zeit und Geld langfristig investieren kann und möchte, ist ein eigenes Pferd eine wunderschöne Sache. Ist man sich noch nicht ganz sicher, so ist die Reitbeteiligung zunächst die bessere Alternative. Hier übernimmt man keine ganz so große Verantwortung und kann Zeit und Kosten recht gut planen.

Eigenes Pferd

Vorteile:

  • Man kann selbständig zum Wohl des Pferdes entscheiden
  • Flexible Reitzeiten
Nachteile: 

  • Man ist für das Pferd verantwortlich
  • Man trägt alle Kosten selbst (bei Bedarf auch den teuren Tierarzt)
  • Man muss sich auch ums Pferd kümmern, wenn man nicht reiten kann
Besonders geeignet für: 

  • Personen, die finanziell abgesichert sind
  • Leute, die sich an diese Verantwortung binden möchten
Sonstiges: 

  • Ein eigenes Pferd kann sehr schön sein. Man sollte sich jedoch im Voraus darüber im Klaren sein, dass sich aus dem Besitz eines Pferdes auch zahlreiche Pflichten und Aufwände ergeben und neben dem Spaß, den man mit dem Pferd hat, auch Sorgen entstehen.
Bild:
Eigenes Pferd

Reitbeteiligung

Vorteile: 

  • Kein finanzielles Risiko
  • Keine langfristige Bindung / Verantwortung
Nachteile: 

  • Die letzte Entscheidung trifft immer der Besitzer
  • d.R. muss sich eine Reitbeteiligung nach den Vorgaben des Besitzers richten
Besonders geeignet für: 

  • Leute, die flexibel bleiben wollen oder müssen
  • Personen, denen der finanzielle Background fehlt
Sonstiges: 

  • Eine Reitbeteiligung ist oft eine sehr gute Alternative zum eigenen Pferd
  • Gute Vorstufe, wenn man über die Anschaffung eines Pferdes nachdenkt
Bild:
Reitbeteiligung
Tierschutz-Hinweis: Ein Pferd als Lebewesen gewöhnt sich an seine Besitzer und die Umgebung. Wird es ständig herausgerissen und umgestellt oder gar verkauft, so kann das sehr anstrengend und unschön für das Tier werden. Daher ist es mit der Anschaffung eines Pferdes wichtig, sehr verantwortungsbewusst mit seinem neuen Familienmitglied und Freund umzugehen.

Longieren oder Bodenarbeit?

Kurz zusammengefasst: Ein Pferd kann sowohl beim Longieren, als auch bei der typischen Bodenarbeit gymnastiziert werden. Der Unterschied: Beim Longieren hat das Pferd i.d.R. mehr Bewegung, bei der klassischen Bodenarbeit werden vermehrt Muskeln trainiert und gedehnt. Im Idealfall wird beides regelmäßig ausgeführt, damit ein Pferd ganzheitlich gymnastiziert wird.

Longieren

Vorteile:

  • Bewegung auch in Trab und Galopp
  • Das Pferd sollte auch den Rücken trainieren, indem es mit einer aktiven Hinterhand schwingt und dadurch den Rücken wölbt
Nachteile: 

  • Nur indirekte Einwirkungsmöglichkeiten durch den Longenführer
Besonders geeignet für:

  • Junge Pferde
  • Unausgelastete Pferde
Sonstiges: 

  • Longieren ist eine sehr beliebte Möglichkeit, mit dem Pferd als Alternative zum Reiten zu arbeiten bzw. es zu bewegen
Bild:
Longieren

Bodenarbeit

Vorteile: 

  • Das Pferd kann aus der Nähe gestellt und gesteuert werden
  • Auch „kompliziertere“ Dehn- und Gymnastikübungen sind möglich
Nachteile: 

  • Wirkliche Laufbewegung im Trab und Galopp nur begrenzt möglich
Besonders geeignet für:

  • Pferde, die Lektionen lernen sollen
  • oder gezielt bestimmte Mängel ausgleichen müssen
Sonstiges: 

  • Die Bodenarbeit sollte unter fachmännischer Anleitung erfolgen
  • Hier spielt auch die „Pferdesprache“ eine große Rolle (das natürliche Herden- und Dominanzverhalten der Pferde muss berücksichtigt werden)
Bild:
Bodenarbeit
Tierschutz-Hinweis: Beim Longieren ist auf regelmäßige Handwechsel zu achten (ca. alle 5 Minuten), damit das Pferd keinen „Drehwurm“ bekommt und nicht zu einseitig belastet wird. Zudem sollte i.d.R. nicht länger als 30 Minuten insgesamt longiert werden, da die Gelenke durch das enge Kreiseln sonst zu sehr belastet werden. Bei der Bodenarbeit ist es wichtig, dass das Pferd zwischendurch immer wieder entspannen und seinen Hals fallen lassen kann. Hier kann schnell eine Überforderung passieren. Regelmäßige Belohnungen sind außerdem sehr wichtig.

Boxenhaltung oder Offenstall?

Kurz zusammengefasst: Mit viel Auslauf und Kontakt zu Artgenossen kann die Boxenhaltung für viele Pferde und Reiter sinnvoll sein. Die Offenstallhaltung ist eine sehr natürliche Haltungsform, die dem Lauf- und Herdenbedürfnis des Pferdes gerecht wird.

Boxenhaltung

Vorteile:

  • Pferd kann individuell gefüttert werden
  • Verletzungsgefahr durch Bisse oder Tritte anderer Pferde besteht im Stall nicht
  • Pferd steht „trocken“
  • Pferd hat auch mal seine Ruhe vor anderen Pferden
Nachteile: 

  • Das Pferd als Lauftier hat in der Box nicht ausreichend Bewegung (muss kompensiert werden)
  • Vielen Pferden wird in der Box schnell langweilig
  • Kontakt mit Artgenossen ist in einer Box weniger gegeben
Besonders geeignet für: 

  • Schwerfuttrige oder besonders leichtfüttrige Pferde
  • Sehr empfindliche Pferde, was Witterungsverhältnisse angeht
Sonstiges: 

  • Wenn ein Pferd in einer Box gehalten wird, sollte man für ausreichend Bewegung auf der Koppel oder in einem Auslauf gemeinsam mit Artgenossen sorgen (mind. 2 Stunden pro Tag!)
Bild:
Boxenhaltung

Offenstall

Vorteile: 

  • Ständiger Kontakt zu Artgenossen
  • Dauerhafte Bewegung (gut für Sehnen und Gelenke)
  • Dem Pferd wird nicht langweilig
Nachteile:

  • Individuelle Fütterung ist oft schwierig
  • Häufig sind die Pferde im Offenstall dreckiger als in der Boxenhaltung (für das Pferd ist das i.d.R. aber ein Vorteil 😉 )
  • Verletzungsgefahr durch Bisse oder Tritte besteht
Besonders geeignet für:

  • Robustpferde
  • Pferde, denen schnell langweilig wird
  • Pferde, die oft lahmen, weil die Beine durch zu viel Stehen zu wenig Gelenkschmiere produzieren
Sonstiges:

  • In einem Offenstall ist es extrem wichtig, dass sich die Pferde untereinander gut verstehen und sie genügend Platz zum Ausweichen haben
  • Genügend Rauhfutter ist ebenso sehr sinnvoll, um schwerfuttrige Pferde zu unterstützen und Futterneid zu vermeiden
Bild:
Offenstall
Tierschutz-Hinweis: Wird ein Pferd in einer Box gehalten, so sollte es mindestens 2 Stunden Auslauf pro Tag haben (am besten mit Artgenossen), die Box sollte mindestens 3×3, besser 3×4 Meter und hell sein und im Idealfall ein Fenster mit Blick nach draußen haben. Hält man ein Pferd im Offenstall, so ist es wichtig es ganz individuell im Auge zu behalten und auf eventuelle Futtermängel oder wenn es von den anderen Pferden zu sehr unterdrückt wird zu reagieren.

Hafer oder Müsli für Pferde?

Kurz zusammengefasst: Hafer ist günstig und energiereich, Müsli enthält wertvolle Kräuter und schmeckt gut.

Hafer

Vorteile:

  • Pferd kann
  • Energiereich
  • Vergleichsweise günstig
Nachteile: 

  • Wertvolle Kräuter fehlen
  • Kann bei empfindlichen Pferden oder zu hohen Dosen zu einem Energieüberschuss führen
Besonders geeignet für:

  • Sportpferde
  • Leistungspferde
  • Als Grundfutter, z.B. in großen Ställen
Sonstiges:

  • Hafer ist für die meisten Pferde ein gutes Grund-Kraftfutter
  • Sollte nicht an Pferde verfüttert werden, die Hufrehe gefährdet sind
  • Vorsicht bei Pferden, die eh schon übermütig sind
Bild:
Hafer

Müsli

Vorteile: 

  • Es kann ein passendes Pferdemüsli für die individuellen Bedürfnisse seines Pferdes gefüttert werden (z.B. mit oder ohne Hafer)
  • Wertvolle Kräuter können enthalten sein
  • Riecht und schmeckt i.d.R. gut
Nachteile: 

  • Teurer als reines Getreide
  • Hat nicht immer die Wirkung, die man sich im Voraus davon verspricht => man sollte sich im Voraus mit den Inhaltsstoffen und der Zusammensetzung beschäftigen!
Besonders geeignet für: 

  • Für alle Pferde mit auf sie individuell passender Zusammensetzung
Sonstiges: 

  • Pferdemüsli kann in passender Menge und Zusammensetzung an jedes Pferd verfüttert werden
Bild:
Pferdemüsli
Tierschutz-Hinweis: Füttert man nur Hafer, so ist es meist sinnvoll Mineralfutter o.ä. zu ergänzen. Die Fütterung eines Pferdes sollte immer individuell auf die Bedürfnisse angepasst werden und mit abhängig von der Leistung eines Pferdes sein.

 

4 Dinge, die du täglich bei deinem Pferd überprüfen solltest

Pferdepflege

  • Immer, wenn du an den Stall zu deinem Pferd kommst, solltest du deinen Freund zunächst auf Verletzungen oder Schwellungen überprüfen. Läuft dein Pferd auffällig? Benimmt es sich eigenartig? Sehen alle Beine außen- und innenseitig gesund aus?
  • Wichtig ist außerdem immer einen kurzen Blick in die Tränke zu werfen: Ist sie sauber und frei zugänglich? Funktioniert sie?
  • In Rücksprache mit dem Stallpersonal sollte geschaut werden, ob das Pferd ordentlich gefressen hat, ob es appetitlos ist oder gar Hunger hat, aber nichts oder nur zu wenig zu fressen bekommen hat.
  • ‚Arbeitet‘ man mit seinem Pferd, so ist die Ausrüstung bei jeder Verwendung auf scharfe Kanten, Falten die drücken oder sonstige Mängel, die dir oder deinem Pferd schaden (können), zu prüfen.

 

⇒ Probleme können von jetzt auf gleich auftreten und gegebenenfalls großen Schaden anrichten. Beachtest du diese 4 Checkpoints, verringerst du das Risiko um ein Vielfaches!